
Vorwort
Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“
Wir
Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“ arbeiten an den
Gruppenabenden an uns störenden Gefühlen und Erkrankungen.
Jeder
kann sich mit seinen Aufgaben (Problemen) der Gruppe öffnen und auf die Hilfe
der Anderen rechnen.
Um
eine Änderung zu erreichen ist es erforderlich, dass wir unsere Gefühle
definieren und die damit zusammen hängenden Gedanken erkennen. Dann prüfen
wir, ob wir diese Gedanken an die Realität anpassen wollen, oder ob sie
realistisch sind. Das ist entscheidend dafür, ob wir unsere gedankliche
Einstellung oder in unseren Angelegenheiten etwas ändern.
Die
interessierte Anteilnahme der Mitglieder und die gewahrte Anonymität machen es
möglich, dass wir unsere Erfahrungen austauschen und offen in der Gruppe reden
können. Dabei ist es unwichtig, was uns angetan wurde oder angetan wird bzw. zu
wider läuft. Wichtig ist, was wir fühlen.
Wir
nehmen regelmäßig an den Gruppenabenden teil. Dadurch lernen wir uns gut
kennen und es entsteht ein Vertrauensverhältnis unter einander. Durch die
Regelmäßigkeit ist auch das erforderliche ständige Training gewährleistet.
Wir
besuchen die Gruppen nur um unseret Willen, um uns selbst zu helfen, nicht aus
anderen Gründen oder einer anderen Person zu Liebe.
Um
uns mit psychologischen und Wissenschaftlichen Lehren vertraut zu machen finden
regelmäßig Weiterbildungsabende statt.
Quelle: Selbsthilfegruppe "Psychosomatik" aus Diepholz

Ich organisiere als Betroffener eine Selbsthilfegruppen
"Psychosomatik", in Berge.
Das Ziel dieser Gruppenarbeit ist es:
Selbstwertgefühl
Selbstverantwortung
Selbstbewusstsein
Selbstwertrauen
zu entwickeln oder zu erhöhen.


Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“
Wir gehen davon aus, dass psychosomatische und psychische
Beeinträchtigungen der Gesundheit
ursächlich herrühren aus dem Zusammenwirken der bewussten und unbewussten
Gedanken und den Gefühlen. Wir sind
bereit nicht
mehr das zu tun, wodurch wir diese Beeinträchtigungen erleiden.
Wichtig für uns ist:
- Wir
können offen über unsere Probleme reden, denn das Gesagte bleibt in der
Gruppe und wir werden von Leidgenossen verstanden.
- Wir
sind alle gleichwertig, mündig, und selbstverantwortlich.
- Wir
versammeln uns, um eine neue Einstellung zu uns selbst, zu unseren Problemen
und zu unserer Umwelt zu finden.
- Wir
nehmen regelmäßig teil.
Wir lernen:
- Im
Hier und Heute zu leben und die Realität zu erkennen.
- Unser
Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstverantwortung, Selbstsicherheit
und Selbstvertrauen zu stärken.
- Die
natürlichen Freuden des Tages zu entdecken, zu erfühlen und zu genießen.
- Probleme
lösen sich oft schon dadurch, dass wir sie formulieren und vor anderen
aussprechen.
Wir wollen uns an folgende
Regeln halten:
- Wir
sprechen in der „Ich-Form“ von uns selbst und unseren eigenen
Erfahrungen.
- Wir
sprechen vertraulich mit einander, duzen uns und sprechen uns mit dem
Vornamen an.
- Wir
geben keine Ratschläge und provozieren uns nicht.
- Wir
tragen nichts aus der Gruppe nach außen, sondern lassen das Gehörte
innerhalb der Gruppe. Wer diese Regel nicht einhält, wird von der Gruppe
ausgeschlossen.
- Aktuellen
Problemen geben wir den Vorrang, jedes Problem, auch das kleinste wird
wichtig genommen.
- Jeder
darf reden, aber sie/er muss es nicht. Die Redezeit wählen wir nicht zu
lang.
- Wir
konzentrieren uns auf den/die Redner/in, lassen ihn/sie ausreden und
unterbrechen nur ausnahmsweise.
- Wir
respektieren die Meinung eines jeden Gruppenmitgliedes.
- Wir
sehen oder suchen keine Schuld, weder bei uns noch bei den Mitmenschen, den
Situationen oder den Umständen.
Unser Motto lautet: „Wohin willst du?“
Für Weiterbildung wollen wir Informationen, Fachliteratur
und Fachleute in Anspruch nehmen. Dazu werden bei Bedarf der Gruppenmitglieder Schnupperkurse, Seminare und Vorträge
organisiert.
Wir
Gruppenmitglieder identifizieren uns mit diesen Grundsätzen.

Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“

Seit September 2003 gibt es diese Gruppe
in Berge .
Was bedeutet Psychosomatik?
Lehre von der Bedeutung psychischer für
die Entstehung und den Verlauf körperlicher Beeinträchtigungen und
Krankheiten.
Die Gruppen gestalten nach
festgelegten Grundsätzen ihre Zusammenkünfte. Z. B.
Alle
Gruppenmitglieder sind gleichwertig. Es gibt keinen Leiter oder Therapeuten.
Regeln: Wir tragen nichts nach außen.
Das Gesagte bleibt in der Gruppe.
Wir
nehmen jedes Problem, auch das kleinste wichtig.
Wir
respektieren die Meinung eines jeden Mitgliedes.
Wir
geben keine Ratschläge und provozieren uns nicht und weitere.
Die Grundsätze und das Verhalten
danach bieten einen Schutz unter dem die Mitglieder vertrauensvoll reden,
diskutieren, zuhören sowie ihre Meinungen und Erfahrungen äußern.
Jeder arbeitet nur an sich selbst.
Wir versuchen durch nachfragen Klarheit in das Gesagte zu bekommen.
Erfolg:
Allmählich ändert sich unsere Einstellung zu uns selbst, zu unsere
Umwelt, zu unseren Problemen.
Wir nehmen Fachliteratur, Fachleute und evtl. auch Kurse in Anspruch, um
uns zu informieren, weiter zu bilden oder um Praktiken zu erlernen, um mit
unseren Beschwerden besser fertig zu werden.
Das
Ziel dieser Gruppenarbeit ist es:
Selbstwertgefühl
Selbstverantwortung
Selbstbewusstsein
Selbstvertrauen
zu entwickeln oder zu erhöhen.
Es sind
Leute wie du und ich. Sie haben einen Beruf erlernt, gehen einer Arbeit nach,
sind Rentner oder arbeitslos. Sie leben in einer Partnerschaft, in einer Familie
oder allein.
Ihre
Motive in diese Gruppen zu kommen sind vergleichbar mit der man in den
Sportverein geht: Dort will man etwas zur Ertüchtigung des Körpers tun. Hier
will man etwas für die Ertüchtigung seiner Psyche tun.
Ihnen
ist bewusst geworden, dass es ihnen nicht so gut geht wie sie es sich wünschen
bzw. das es ihnen schlecht geht. Sie wollen sich bemühen etwas zu ändern.
Darum kommen sie auch dann, wenn es ihnen gut geht, weil die Gruppenarbeit dann
am effektivsten ist.
Der
Mensch denkt und handelt nach seinem individuellen Lebensmuster. Für bestimmte,
hauptsächlich emotionalen, Gedanken und Handlungen ist aber dieses Lebensmuster
gar nicht auf dem neuestem Stand, d.h. es ist 20, 30, 50 oder mehr Jahre alt, nämlich
aus der frühen Kindheit. Es ist veraltet, schon damals nicht so aufgebaut
worden, dass es für das weitere Leben geeignet war. Der Mensch muss sich nun
nach diesem Muster richten und lebt gar nicht gut damit.
Uns geht
es nun darum den Einfluss dieses alten Lebensmusters zu verringern, indem wir
ein neues einrichten.
Es ist
eine allgemein gültige Erfahrung für alle psychologischen Richtungen: Der
Mensch richtet sich sehr stark nach einem Lebensmuster was durch
Kindheitserlebnisse, etwa bis zum Schulalter, entstand.
Der
kleine Mensch braucht, um allein überleben zu können, Wissen und Erfahrung.
Das Neugeborene will schnell „flügge“ werden. Der Mensch hat sich in der
Vergangenheit instinktiv dahin entwickelt.
Das
Neugeborene beobachtet und registriert aufmerksam und neugierig wie das Leben
geht, wie es sich verhalten muss, wie es die Großen machen und wie es das genau
so machen kann. All dieses Erfahrene, wird nach der Bewertung durch das Kind, für
immer gespeichert.
Das Kind
lebt in seiner eigenen Realität, die sich zusammensetzt aus:
a)
als Baby: seine instinktiven Empfindungen (Instinkt)
b)
seinen Sinneswahrnehmungen: was es sieht, hört, schmeckt, fühlt
innerlich und äußerlich.
c)
den Erfahrungen, das es macht.
Zu
a) Instinktiv möchte es, dass die Mutter 24 Std/täglich bei ihm ist für
seinem Schutz
und seine Bedürfnisse: sonst werde ich verletzt, getötet, verhungere oder erfriere ich.
b)
Die Erwachsenen sind groß, geschickt, sind zärtlich oder grob, sie kommen
oder gehen. Ich kann das alles nicht. Ich
bin völlig abhängig von ihnen.
c)
Wenn ich schreie kommt jemand oder auch nicht: Die Erwachsenen sind
unzuverlässig.
Wenn ich lieb bin, bin ich angenommen, werde
geduldet. Weil ich klein und hilflos bin, muss ich mich anpassen,
nachgeben, zurückstecken. Darf keine
Forderungen stellen, sonst empört man sich
gegen mich.
Mit kindlicher Dramatik bewertet das Kind
dann das Erlebte. In den ersten 3 Lebens
Nun hat
die Natur dem Menschen die Möglichkeit gegeben, ab dem 10. Monat etwa, ein
selbstständiges, vernünftiges Denken zu entwickeln. Aber das entwickelt sich
nur, wenn das Kind die nötige Ruhe und den Frieden und keinen Mangel an
Zuwendung, wenn es seine eigenen Erfahrungen machen und eigene Wege ausprobieren
kann. Mit diesem selbstständigen Denken entwickelt es auch ein ruhiges gesundes
Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein:
Ich kann das.
Es funktioniert.
Ich
kann das was ich tue verantworten.
Mit der Entwicklung des
selbständigen, vernünftigen Denkens verläuft parallel auch das Überprüfen
der gespeicherten Erfahrungen und sie werden laufend auf den neusten Stand
gebracht.
Wenn sich dieses Denken nicht genügend
entwickelt, dann hat das Kind und auch später der
Erwachsene
nicht die Möglichkeit das als Kind Gespeicherte zu überprüfen. D.h. der
Mensch richtet mehr oder weniger nach dem in der Kindheit gebildeten
Lebensmuster, oder auch anderen.
Bei 80%
der Menschen ist dieses Denken ungenügend entwickelt, so dass sie darunter
Leiden. Es ist unsicher in seinen Entscheidungen, mag sich selbst nicht leiden,
setzt sich unter Leistungsdruck, überfordert sich usw..
Bei den
restlichen 20% der Menschen ist zwar das selbstständige vernünftige Denken
auch nicht optimal entwickelt aber doch so weit, dass sie nicht oder nur gering
darunter leiden.
Hier in der Gruppenarbeit geht es nun
darum das was in der Kindheit nicht möglich war,
aufzuarbeiten
und nachzuholen:
Wir
kommen zu Erkenntnissen, dass wir mache Ereignisse in unserem Leben anders hätten
einschätzen und uns anders hätten darauf einstellen können. Diese neuen
Sichtweisen und Einstellungen wollen wir dann laufend üben und praktizieren. So
bildet sich allmählich ein neues Lebensmuster und Lebensgefühl.
Verfasser Heinrich Peters (Selbsthilfegruppen in
Diepholz)
Überarbeitet von Webmaster (Selbsthilfegruppe in Berge)

Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“
Quelle: Selbsthilfegruppe "Psychosomatik" aus
Diepholz

Selbsthilfegruppe „Psychosomatik“
Beispiele für Gefühle:
a) nicht gute Gefühle:
Ich fühle
mich: aggressiv -- zornig -- wütend -- schwach
eifersüchtig -- schuldig -- unzufrieden
ärgerlich -- hoffnungslos -- bedrückt
nervös -- mitleidig -- ängstlich -- müde
unruhig -- unsicher -- überfordert -- depressiv
rastlos -- traurig -- gereizt -- verstört
b) gute Gefühle:
Ich fühle
mich: zufrieden -- erfreut -- glücklich -- kraftvoll
erleichtert -- stolz -- hoffnungsvoll -- ruhig
unschuldig -- zuversichtlich -- geduldig
wohlwollend -- wach -- gelassen
Beispiele dafür, warum ich in die Gruppe komme:
Ich möchte: über ein Anliegen (Aufgabe) sprechen.
...........
etwas (mehr) über eine bestimmte Übung wissen.
...........
bestimmte Gedanken entwickeln.
...........
Gedanken kommen und gehen lassen.
...........
gedankliche Bewertungen auf Richtigkeit überprüfen.
...........
meine Einstellung verändern.
...........
lernen Geduld zu haben.
...........
wissen, wie die Anderen mit ihren Aufgaben umgehen.
...........
lernen mich leichter zu
entscheiden.
Ich möchte mehr Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen,
Selbstverantwortung
Selbstbewusstsein entwickeln.
Quelle: Selbsthilfegruppe "Psychosomatik" aus Diepholz

Seit Januar 2004 machen wir in den Gruppen Tiefenentspannung nach Jacobson.
Dazu haben wir uns eine CD angeschafft die uns bei den Übungen unterstützt.

Die Gruppenmitglieder treffen sich zum gemeinsamen Frühstück, Kaffe oder
Grillen, um wieder an alltägliche Dinge teilzunehmen. Den
Gruppenmitgliedern fällt es in unterschiedlichen Situationen schwer an den
"normalsten" Dingen im leben teilzunehmen. Sie ziehen sich zurück und
verlassen ihre vier Wände immer seltener. Die Ursachen sind unterschiedlicher
Natur. Bei unseren Unternehmungen stellt sich bei jedem einzelnen, trotz ersten
Zweifelns, ein gutes Gefühl ein. Dies ist ein kleiner Schritt, um sich wieder
vor die Tür zu trauen. Manchmal spielt die Neugierde und die Angst etwas zu
verpassen, als Antrieb bei einzelnen Personen eine große Rolle. Alles was wir
als Antrieb für Aktivitäten nutzen können, um eine depressive Person am Alltagsleben
teilzunehmen ist eine gute Maßnahme, solange es kein Zwang bei den Personen
auslöst finde ich solche Maßnahmen in Ordnung.
Einzelaktivitäten der Gruppenmitglieder werden sehr begrüßt. Sei es eine
Weiterbildung durch Kurse, Lehrgänge, VHS-Kurse, Bücher, Internet (geistig)
Vereine (körperlich; Sport und Turnverein). Wir möchten, dass jedes
Gruppenmitglied sein/ihr eigenes Leben selbst in die Hand nimmt, ohne von den
anderen Personen abhängig zu sein, in Form von Ratschlägen, Tipps und
Anweisungen usw.
Stand: 18. Februar 2008