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Selbsthilfegruppe (Shg) "Psychosomatik" Bitte beachten Sie, dass diese Informationen niemals einen Arztbesuch ersetzen können! www.Shg-Psychosomatik.de |
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Quelle: Dr. Mück
Hier noch mehr zum Thema Depression, was ich gefunden habe. DepressionenThemen: Der Begriff "Depression" leitet sich vom lateinischen "deprimere" ab, was soviel bedeutet wie herunterdrücken, unterdrücken. Depressionen kannte man bereits in der Antike. Schon im berühmten Corpus hippocraticum - eine der frühen Medizinabhandlungen - aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wird die "Melancholia" erwähnt. Die Depression durchdringt den ganzen Menschen. Mut- und schwunglos, ohne Antrieb verläuft der Tag. Die Energie fehlt an allen Ecken und Enden, ein Erschöpfungszustand stellt sich ein. Tätigkeiten des Alltags, die früher leichtfielen, werden zu schier unüberwindlichen Hindernissen. Alles kostet Kraft, aber genau davon ist weniger da. Der depressive Mensch fühlt sich leicht überfordert, niedergeschlagen, erfüllt von einer inneren Leere. Perspektivlosigkeit und Furcht vor der Zukunft sind nicht selten gepaart mit einer diffusen Angst, die schwer erklärbar scheint. Missmut und Grübelzwang sind durch Ablenkung kaum aus der Welt zu schaffen. Genussfähigkeit und Lebensfreude verschwinden. Hinzu kann eine innere Unruhe kommen, die eine stetige Unrast schafft, ziellos herumtreibt. Bei einer Sache konzentriert zu bleiben, fällt schwer. Manches wird angepackt, weniges konsequent zu Ende gebracht. Gefühle der Wertlosigkeit kommen auf, der Kranke fühlt sich gegenüber seiner Umgebung klein, minderwertig und nutzlos. Das Selbstwertgefühl sackt in den Keller. Die Folge eines solchen Zustandes ist der Rückzug von sozialen Kontakten. Man handelt nach dem Motto: Ich will niemandem zur Last fallen. Gleichzeitig besteht die Tendenz, sich an Vertraute, Freunde zu klammern. Es ist ein hilfesuchender Appell nach Liebe und Verständnis, der von der Umgebung aber als penetrant und überzogen gewertet wird. Das Urteil der nächsten Umgebung ist dennoch bedeutungsvoll und kann selbst bei harmloser Kritik als vernichtend erlebt werden, im Privaten wie im beruflichen Bereich. "Alles ist sinnlos - am Ende müssen wir doch sterben", ein häufig ausgesprochener und gedachter Satz. In besonders düsteren Momenten wird geäußert, am liebsten nicht mehr leben zu wollen. Dann kreist das Denken nicht nur ständig um die eigene Vergänglichkeit, sondern auch um den befürchteten Tod der Liebsten und Angehörigen.
Was
ist eine Depression Wie erkenne ich, ob ich an Depressionen leide? Eine endgültige Diagnose kann natürlich nur der Arzt stellen. Trotzdem gibt es Anzeichen, anhand derer man feststellen kann, ob eine Depression vorliegt. Die folgenden Fragen sollen dabei helfen.
Wenn Sie mehr als zwei Fragen mit ja beantwortet haben, besteht der Verdacht auf eine Depression. Sie sollten dann in Erwägung ziehen, einen Arzt aufzusuchen.
Was
ist eine Depression
Die verschiedenen Arten einer Depression Depression ist nicht gleich Depression. Grundsätzlich gilt festzustellen, dass wohl jeder einzelne "seine" Depression individuell empfindet. Doch abgesehen davon gibt es verschiedene Arten, die ich nachfolgend vorstellen möchte. Leider gibt es keine einheitliche Unterscheidung der verschiedenen Arten, was sicher auch daran liegt, dass sie selbst für den Fachmann nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. 1. Die endogene (= "von innen kommende") Depression Diese Art der Depression hat keine erkennbaren äußeren Ursachen. Das heißt, dass sie ohne erkennbaren Grund plötzlich auftritt. Meist ist eine genetische Veranlagung vorhanden. Die endogene Depression kann allerdings auch durch ein besonderes Lebensereignis ausgelöst werden. 2. Die bipolare Depression (manisch-depressiv) Hier wechseln sich die depressiven Phasen mit den eingangs beschrieben Symptomen mit manischen Phasen ab. Während Manie stürmt der Betroffene mit riesiger Energie vorwärts und ist nicht zu bremsen, er erscheint unternehmungslustig und gut gelaunt. Aber der Eindruck täuscht. Der "Kranke" leidet unter den manischen Phasen nicht weniger als unter den depressiven. 3. Die neurotische Depression Die neurotische Depression basiert auf Konflikten, die in der Kindheit begründet sind. Die Lebensgeschichte spielt hier eine wesentliche Rolle. Meist gehen der neurotischen Depression seelische Verletzungen in der Kindheit voraus, die es dem Erwachsenen unmöglich machen, mit seinem Leben klar zu kommen. 4. Die reaktive Depression Diese Form der Depression ist eine Reaktion auf belastende Lebensumstände, wie z.B. Stress oder Mobbing im Beruf, eine schlechte Ehe o.ä. Neuerdings geht man auch hier von einer genetischen Veranlagung aus, was erklärt, warum nicht alle Menschen, die belastenden Situationen ausgesetzt sind, mit einer Depression reagieren.
Was
ist eine Depression
Eine depressive Erkrankung zeigt folgende: Erstarrung, Erregung, Selbstmitleid und Suizid Der Depression geht oft eine jahrelange Unterdrückung der Emotionen voraus. Dies führt dann zu einer Blockierung, einer Erstarrung. Die Betroffenen sind nicht in der Lage, ihre Gefühle zu zeigen; sie können nicht weinen, sich aber auch nicht mehr richtig freuen, sie möchten ihrem Ärger Luft machen und wissen nicht wie. Solche Menschen unterdrücken ihre eigenen Gefühle, um es anderen "recht" zu machen. Sie wollen geliebt werden und versuchen deshalb, den Erwartungen anderer (oder dem, was sie für deren Erwartungen halten) gerecht zu werden. Diese Unterdrückung der Emotionen kann sich aber auch ganz entgegengesetzt in einem Erregungszustand äußern, der für den Betroffenen kaum zu ertragen ist. Da er es ja gewohnt ist, seine Gefühle zu ignorieren, kann er mit dieser Erregung, die sich nun nicht mehr unterdrücken lässt, nicht klarkommen. Ein weiteres Symptom ist das Selbstmitleid. Der Betroffene ist in einer Situation aus der er keinen Ausweg mehr sieht, und er hat auch nicht mehr die Kraft, etwas zu ändern. So scheint ihm nichts anderes mehr übrig zu bleiben, als zu jammern. Natürlich hofft der Betroffene auch, damit seine Mitmenschen dazu zu bringen, ihm zu helfen. Leider ist Selbsthilfe - und damit Eigenverantwortung - aber der einzige Weg aus einer Depression heraus. In dieser Phase denkt der Betroffenen immer öfter an Selbstmord und redet oft auch davon. Zum einen ist das ein Hilferuf, weil er sich selbst nicht mehr helfen kann, zum anderen sieht er im Tod eine Erlösung von den unerträglichen Gefühlen, die ihn plagen. Spätestens jetzt muss professionelle Hilfe gesucht werden, die dem Erkrankten Möglichkeiten zur Selbsthilfe aufzeigt und ihn auf diesem Weg fachkundig unterstützen kann.
Was
ist eine Depression
Der Krankheitsverlauf beginnt - und das ist das Problem - völlig unmerklich. Der Betroffene klagt über leichte körperliche Beschwerden, wie kalte Hände und Füße oder Schlafstörungen. Oft werden diese Probleme als "Kleinigkeiten" bagatellisiert. Aber selbst wenn man einen Arzt aufsucht, ist fraglich, ob dieser erkennen kann, dass es sich hier um Symptome einer psychischen Erkrankung handelt. Im zweiten Stadium werden die Anzeichen einer psychischen Belastung deutlicher. Der Betroffene fühlt sich schlapp und ausgelaugt, ihm fehlt der Antrieb, er zieht sich von Freunden und Bekannten zurück. Im dritten Stadium erfolgt der psychische Zusammenbruch. Nun zeigen sich auch deutlich die Begleiterscheinungen einer Depression: Angst, Erregung (z.B. in Form von innerer Unruhe), Traurigkeit, usw. Leider suchen viele Betroffenen erst in diesem Stadium Hilfe, so dass sich die Einnahme von Medikamenten oft nicht mehr umgehen lässt.
Was
ist eine Depression
Als erstes eine Bitte: Versuchen Sie nicht, sich selbst zu "heilen". Kein Mensch ist in der Lage, sich ganz alleine aus einer tiefen Depression zu befreien. Natürlich kostet der Schritt, sich an einen Arzt oder Psychologen zu wenden, Überwindung. Gedanken wie "Ich bin doch nicht verrückt." Oder "Ich will nicht ins Irrenhaus." spielen dabei eine große Rolle. Tatsache ist aber, dass man professionelle Hilfe braucht. Und niemand ist deswegen gleich verrückt oder irrsinnig! Um Ihre Scheu zu überwinden, denken Sie an drei Dinge:
Was
ist eine Depression
Zwischen Depressionen und Sucht besteht ein enger Zusammenhang. Etwa ein Drittel aller Suchtkranken leidet zusätzlich an Depressionen. Meistens tritt die Depression als Folge der Suchterkrankung auf. Im Bewusstsein seiner Abhängigkeit entwickelt der Süchtige Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen, und er zweifelt an sich selbst. Innere Unruhe, depressive Stimmungsschwankungen und Minderwertigkeitsgefühle sind die Folge. Doch ebenso kann eine zuerst aufgetretene Depression in die Sucht führen. Die Einnahme des Suchtmittels wird hier mit der "Bewältigung" der Depression begründet. Wer seelisch belastet ist, sucht nach Entlastung und findet diese unter anderem in Alkohol oder Medikamenten. Suchtmittel können Spannungen und Angst herabsetzen, Niedergeschlagenheit bekämpfen und Schlafstörungen überwinden helfen. Bei der Behandlung einer Depression im Zusammenhang mit einer Suchterkrankung durch Medikamente ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da die Gefahr einer erneuten Abhängigkeit besteht.
Was
ist eine Depression (Die obenstehenden Definitionen wurden dem Buch "Depressionen erkennen und überwinden" von Dr. Med. P. Treppner entnommen.)
Depression überwinden Depression erscheint in vielen Formen und ist daher oft nur schwer zu erkennen. Die an Depression Erkrankten begreifen meist selbst nicht, warum und worunter sie so leiden. Noch weniger können es die anderen verstehen, die mit depressiven Menschen Kontakt haben. Diese Broschüre will Ihnen Grundkenntnisse über die Krankheit und die Möglichkeiten der Behandlung vermitteln. Das Gespräch mit dem Arzt kann und soll sie nicht ersetzen. Aber je besser Sie über Ihre Krankheit informiert sind, desto besser werden Sie die ärztlichen Maßnahmen verstehen, und desto genauer können Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin wichtige Beobachtungen schildern. Dadurch kann Ihnen gezielter dabei geholfen werden, mit der Krankheit zu leben und sie zu überwinden. Auch für Ihre Angehörigen, Freunde und Kollegen ist es wichtig, Näheres über diese Krankheit zu erfahren. Oft sieht man einem Menschen die Depression nicht an und kann schlecht nachvollziehen, warum und woran er leidet. Oder man weiß nicht, wie einer depressiven Person am besten geholfen werden kann, ohne ihr weh zu tun. Für diese und andere Situationen haben wir die Broschüre geschrieben, damit alle, die es betrifft, Nutzen aus ihr ziehen können. Wir hoffen, das ist uns gelungen. 1. Was ist eine Depression? Depression ist eine bestimmte Form der Gemütskrankheit. Das heißt, eine Erkrankung, die die Gefühlsseite des Seelenlebens betrifft und sich individuell in sehr unterschiedlicher Weise äußern kann. Jeder Mensch ist manchmal niedergeschlagen, verstimmt, bedrückt, lustlos, resigniert oder traurig; das gehört zum menschlichen Dasein. Eine Depression enthält das alles auch, nur über das normale Maß hinaus gesteigert. Sie wird dann zu einer ernstzunehmenden Erkrankung des Gemüts, die der ärztlichen Behandlung bedarf. 1.1 Depression ist keine Geisteskrankheit Der Verstand ist nicht betroffen, auch wenn die intellektuelle Leistung zeitweise reduziert erscheinen mag. Die geistigen Fähigkeiten sind weiterhin vorhanden, nur können Sie sich zeitweilig nicht so ausdrücken, wie Sie es gewohnt sind. Wenn Ihre Erkrankungsphase vorbei ist, werden Sie wieder wie früher sein. Vielleicht wundern Sie sich dann, warum Sie so viel gelitten haben und jetzt das Leben wieder viel leichter nehmen können, obwohl Ihre Umstände sich nicht wesentlich geändert haben. 1.2 Depression hat viele Gesichter Kein Mensch ist wie der andere, und so kann eine Depression bei jedem Menschen ein anderes Gesicht haben. Es gibt nicht die eine Depression, sondern viele Formen mit unterschiedlichen Ursachen und verschiedenen, auch körperlichen Merkmalen. Bei einer Depression kommen immer mehrere Krankheitsmerkmale zusammen. Mediziner sprechen deshalb von einem depressiven Syndrom (Syndrom = Zusammenlaufen). Mehrere Faktoren prägen sich in vielerlei Weise und in unterschiedlichen Schweregraden aus. Dazu gehören persönliches Lebensschicksal, gesellschaftliche Einflüsse, individuelle seelische und körperliche Gegebenheiten. Eine Depression äußert sich durch viele Merkmale 1.3 Was sind die häufigsten Missverständnisse? Viele depressive Menschen halten sich nicht für krank, sondern nur für Versager. Andere konzentrieren sich auf die stets vorhandenen körperlichen Symptome (an Kopf, Brust, Bauch usw.). Sie meinen, sie seien nur körperlich krank. Wenn sie einen Arzt aufsuchen, berichten sie ihm nur über ihre körperlichen Beschwerden und verschweigen ihre seelischen Nöte. Sie sind enttäuscht, wenn im körperlichen Bereich nichts gefunden wird. Körperliche Beschwerden haben nicht immer körperliche Ursachen Manche glauben die Diagnose «Depression» nicht oder wollen sie nicht akzeptieren, weil sie darin fälschlicherweise einen Makel sehen. 1.4 Wie häufig ist eine Depression? In Deutschland erkrankt ungefähr jeder fünfte Bundesbürger einmal in seinem Leben an einer Depression. Nach der Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind zwei- bis dreimal soviel Frauen betroffen als Männer. Warum das so ist, weiß man noch nicht so genau. Frauen leiden häufiger an Depressionen als Männer Möglicherweise sind Frauen tatsächlich empfindlicher. Wahrscheinlich gibt es noch mehr Einflüsse, die noch gar nicht bekannt sind. Vielleicht geben Frauen ihr Leiden auch nur leichter zu und sind eher bereit als Männer, sich behandeln zu lassen. Seit einigen Jahren allerdings wandelt sich das Bild, und es werden mehr Männer mit depressiven Störungen behandelt. 2. Ursachen und Verlauf einer Depression Depressionen haben nicht nur viele Gesichter, sie können auch vielerlei Ursachen haben: Am häufigsten tritt eine Depression während oder nach seelischer Belastung auf. Eingreifende seelische oder soziale Veränderungen am Arbeitsplatz, in den Wohnverhältnissen, in familiären und anderen menschlichen Beziehungen (z.B. Enttäuschung in der Partnerschaft oder Trennung), der Tod eines geliebten Menschen, Umzug, übermäßige Prüfungsangst – all dies kann eine depressive Verstimmung auslösen. Oft sind äußere Ursachen für eine Depression verantwortlich und bestimmen deren Verlauf Erschöpfung durch jahrelange Überarbeitung, dauernde Hektik, Stress in Beruf oder Familie, ständige Streitigkeiten mit Partnern, Kollegen, Nachbarn oder den heranwachsenden Kindern können als Reaktion zu einer Depression führen. Aber auch zu geringe Auslastung ist in der Lage, eine depressive Reaktion herbeizuführen – wenn zum Beispiel langjährige Arbeitslosigkeit oder der Eintritt in den Ruhestand das Gefühl entstehen lassen, überflüssig zu sein. Menschen, die freiwillig oder wegen einer Behinderung ein Leben in körperlicher oder geistiger Untätigkeit führen, sind depressionsgefährdet. Auch körperliche Ursachen können zu Depressionen führen Auf dem Boden einer körperlichen Erkrankung kann sich eine Depression entwickeln. Altersbedingte Hirnerkrankungen, Schlaganfall, schwere Herzkrankheiten und andere körperliche Krankheiten, zum Beispiel Unterfunktion der Schilddrüse, können sich in einer Depression niederschlagen. Auch hormonelle Umstellungen in der Pubertät, nach der Entbindung oder in den Wechseljahren sind manchmal mit depressiven Verstimmungen verbunden. Wenn eine Depression ohne einen erkennbaren Einfluss oder einen äußeren Anlass auftritt, hat sie ihre Ursache wahrscheinlich im Inneren der betroffenen Person. Die Veranlagung zu einer solchen «endogenen» Depression ist häufig auch bei Verwandten zu finden. Stoffwechselstörungen oder Erbanlagen als «Auslöser» Bei dieser Depressionsform spielen nach heutigem Wissen Stoffwechselvorgänge im Zentralnervensystem eine wichtige Rolle. Zwischen den einzelnen Nervenzellen vermitteln «Botenstoffe», Neurotransmitter genannt, den Informationsfluss. Bei dieser Depression können offenbar die Botenstoffe ihre Aufgabe nicht mehr voll erfüllen.
2.1 Dauer der Erkrankung So unterschiedlich das Erscheinungsbild der Krankheit, so individuell verschieden ist auch ihre Dauer – zwischen Wochen und Monaten, in seltenen Fällen bis zu Jahren. Sie können aber sicher sein, dass eine Behandlung den Ablauf wesentlich verkürzt und erleichtert. Ein bisschen Geduld müssen Sie allerdings haben. 2.2 Kann eine Depression wiederkommen? Ärztliche Behandlung – je früher, desto besser Ja, sie muss aber nicht. Bei den ersten Anzeichen – Sie haben ja inzwischen Erfahrung – sollten Sie gleich zum Arzt gehen. Werden neuerliche Symptome bereits im Frühstadium wieder behandelt, lässt sich die volle Ausprägung abfangen. Eine sogenannte «endogene» Depression kann sich später durchaus wiederholen. Deshalb verordnet Ihnen der Arzt oder die Ärztin vorsorglich ein Medikament, welches in Zukunft solche Rückfälle höchstwahrscheinlich verhüten kann. 2.3 Lässt sich eine Depression behandeln? Ja. Wird als Ursache Ihrer Beschwerden eine Depression erkannt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihnen zu helfen. Bei einer organisch begründbaren Depression muss natürlich die körperliche Grundkrankheit behandelt werden. Sind die Ursachen erkannt, gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten Ist eine Depression vor allem auf belastende Ereignisse oder unbewältigte Kindheitserlebnisse zurückzuführen, gibt es – je nach individuellen Gegebenheiten – die Möglichkeit von psychotherapeutischen Gesprächen, von Soziotherapie oder Verhaltenstherapie. Der Schwerpunkt der erwähnten «endogenen» Depression liegt in der medikamentösen Behandlung. 3. Wie zeigt sich eine Depression? Hier einige Stichworte, mit denen sich die seelischen Belastungen einer Depression umreißen lassen, wobei die Beschwerden höchst unterschiedlich ausgeprägt sind: Der Leidensweg der Depression hat viele Namen Depressive Menschen können sein: mut- und schwunglos, ohne Energie und Antrieb, voll des Gefühls der Überforderung, der inneren Unruhe und Hektik, gereizt; sie leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten und der Unfähigkeit zu entscheiden, sie wirken interesse- und teilnahmslos, niedergeschlagen, missmutig, weinerlich; sie grübeln, spüren eine innere Leere und tiefe Traurigkeit; das Gefühl von Sinnlosigkeit und Resignation beschleicht sie, unerklärliche Angstzustände und Selbstmordgedanken quälen sie; eine gestörte Farbwahrnehmung lässt sie die Welt grau sehen, ihre Freudlosigkeit bis hin zur Empfindungslosigkeit geht einher mit Schlafstörungen, vielfältigen körperlichen Beschwerden und allgemeinem Missbefinden. Im Schwanken ihrer Stimmungslage steckt für sie oft der einzige Hoffnungsschimmer, denn so wissen sie, dass es ihnen zu bestimmten Tageszeiten etwas besser gehen kann. Alle diese Symptome können sich allmählich (über Wochen und Monate) oder sehr rasch (in Tagen oder Stunden) entwickeln. Bisweilen geschieht die Veränderung sogar schlagartig. 3.1 Antriebslosigkeit Wenn die Energien ausbleiben Meist steht im Vordergrund einer Depression eine ungewohnte Antriebslosigkeit. Depressive Menschen fällt es schwer, sich zu irgend etwas aufzuraffen. Oft bereiten nicht nur bestimmte Unternehmungen, sondern sogar die normalen Alltagsaktivitäten größte Mühe. Wenn es endlich gelungen ist, morgens aufzustehen, schleppen sich Depressive durch den Tag – ohne Energie, ohne Elan; selbst den körperlichen Bewegungen fehlt der Schwung. 3.2 Innere Unruhe Bei einer anderen Ausprägung der Depression hastet die erkrankte Person, von unerklärlicher Angst getrieben, ziellos umher, oder sie befürchtet, nicht alles rechtzeitig, richtig und ordentlich zu schaffen. Trotz der Unrast bringt sie nichts zuwege, weil sie nicht bei einer Sache bleiben und diese vollenden kann. Viele klagen und klammern sich an andere, erscheinen hilflos, ängstlich und vorwurfsvoll. 3.3 Fehlende Lebensfreude Empfindungsfähigkeit oft erheblich herabgesetzt Nicht immer ist eine tiefe Niedergeschlagenheit das Leitsymptom. Manchmal ist nur die Vitalität stark eingeschränkt. Lebensfreude und Genussfähigkeit sind auf dem Nullpunkt angekommen, ohne dass eine besondere Traurigkeit vorherrscht. Das Treffen mit lieben Freunden, ein gutes Essen, das einst so geliebte Hobby, Sport, ein schöner Film – es macht einfach nichts mehr Spaß. 3.4 Traurigkeit Beherrschend sind eine alles überschattende innere Leere, unerklärliche Traurigkeit und Trostlosigkeit. Oft scheint die Traurigkeit grundlos, gibt es aber einen Grund, dann übersteigt die Melancholie jegliches normale Maß und die normale Dauer. Manche könnten immer weinen, ohne zu wissen warum. Andere wiederum sprechen langsamer und finden nur schwer die passenden Worte. 3.5 Vermindertes Selbstwertgefühl Schon in gesunden Tagen neigen Menschen mit einer depressiven Persönlichkeitsstruktur dazu, sich zu viel aufhalsen zu lassen. Sie können nicht «Nein» sagen, weil sie befürchten, die Wertschätzung der anderen zu verlieren. In der Phase der ausgebrochenen Krankheit bricht ihr ohnehin schon störanfälliges Selbstwertgefühl vollends zusammen, und ein tiefes Minderwertigkeitsgefühl quält sie. Sie können sich auch ganz und gar als Versager fühlen. Die schwere Last der Versagensängste 3.6 Schwinden des Interesses Besonders solchen Erkrankten, die vorher sehr vielseitig waren, macht es zu schaffen, dass sie sich jetzt kaum noch für etwas wirklich interessieren. Familie, Beruf, Sex, Freizeit, Hobbies, Kultur, Politik: Alles kann gleichgültig werden und in weite Ferne rücken. Beziehungskonflikte Gleichzeitig wünschen sie sich sehnlichst mehr Zuneigung, sind aber meist nicht in der Lage, dies selbst zu zeigen. Das kann ihre Beziehungen zu anderen Menschen empfindlich stören, besonders wenn diese den Grund nicht kennen. 3.7 Schuldgefühle, Selbstanklagen Jeder Mensch kennt wunde Punkte aus der Vergangenheit oder Gegenwart, die ihm peinlich sind, ein schlechtes Gewissen bereiten und die er am liebsten ungeschehen machen würde. Bei einem Depressiven können Schuldgefühle jedoch so übermächtig werden, dass Selbstmordgedanken aufkommen. 3.8 Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit Reduzierte geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt das Selbstvertrauen Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen leiden, das Denken ist langsamer, manchmal richtig gehemmt oder blockiert. Der Phantasie sind die Flügel gekappt, und die Realität erscheint grau und stumpf. Wenn Betroffene fühlen, dass ihr Gedächtnis schlechter wird, befürchten sie nicht selten, geistig abzubauen. Das wiederum lässt sie noch tiefer in die Hoffnungslosigkeit versinken. 3.9 Körperliche Missempfindungen und Krankheitszeichen Eine Depression ist sehr häufig mit körperlichen Symptomen verbunden. Diese Störungen, Schmerzen, Missempfindungen oder Beklemmungen sind meist allgemeiner Art und oft schwer zu beschreiben. Es muss immer ärztlich abgeklärt werden, ob sie nicht eine organische Ursache haben. Wenn die Seele leidet, leidet meist auch der Körper Bemerkenswert an diesen körperlichen Symptomen ist, dass sie wechseln oder lange bestehen können. Manche Menschen durchlaufen nacheinander eine ganze Reihe verschiedener Symptome: Kopfdruck, Schwindel, Übelkeit, Kloßgefühl im Hals, Beklemmung in der Brust, Rücken- oder Gliederschmerzen. Viele leiden an Verstopfung; andere haben keinen Appetit und nehmen ab. Nicht selten ist der Blutdruck sehr niedrig. Potenz- oder Zyklusstörungen treten auf, die Lust am Sex schwindet. Körperliche Beschwerden können lange die einzigen Anzeichen einer schwelenden Depression sein. Irgendwann bringt dann eine besonders belastende Situation die Depression zum Ausbruch. 3.10 Schlafstörungen Sie sind oft die ersten Anzeichen einer Depression und zeigen sich gewöhnlich lange bevor andere Symptome sich melden. Trotz Müdigkeit kann man schlecht einschlafen oder durchschlafen, wacht viel zu früh auf, grübelt vor sich hin und kann dann nicht mehr weiterschlafen. Andere wiederum möchten am liebsten nur noch schlafen. Solche Schlafstörungen halten gewöhnlich auch unter der Behandlung am längsten an. Das Grübeln ist nicht zu stoppen 3.11 Heitere Maske Manchmal gelingt es depressiven Menschen, ihre seelische Not hinter einer Maske von Gleichmut oder gar Heiterkeit zu verbergen («Wie es drinnen aussieht, geht niemand was an»). Wohl ist es Herbst; doch warte nur, doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen. Theodor Storm 4. Wie wirken Antidepressiva? Sie vermehren die Botenstoffe im Gehirn, die bei der Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen eine Rolle spielen. Diese Zunahme der Vermittlerstoffe bewirkt meistens ein Abklingen der Depression. Antidepressiva wirken beruhigend und angstlösend, sie «hellen» die Stimmung wieder auf. Der Nervenstoffwechsel braucht aber seine Zeit, sich umzustellen. Das kann bis zu einigen Wochen dauern. 4.1 Regelmäßige Einnahme ist wichtig Konsequente Mitarbeit ist jetzt gefordert Entscheidend ist, dass Sie während dieser Zeit der Durststrecke Ihr Medikament regelmässig nach der ärztlichen Anweisung einnehmen, damit es seine antidepressive Wirkung voll entfalten kann. Verzweifeln Sie nicht darüber! Ihre Depression hat sich über einen gewissen Zeitraum entwickelt (auch wenn Sie vielleicht die Anfänge gar nicht wahrgenommen oder beachtet haben). Jetzt braucht sie auch ihre Zeit, wieder abzuklingen. Wie Sie bemerken werden, lindern sich in dieser Anfangszeit ja schon die einen oder anderen Symptome. Wenn Sie sich wieder fit fühlen, müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen, wie lange Sie Ihr Antidepressivum noch nehmen sollen. Auf keinen Fall dürfen Sie das Präparat selbst absetzen! Individuell ist die Therapie, individuell die Medikation Sollten Sie Zweifel haben, ob das Medikament bei Ihnen wirkt, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Es gibt verschiedene antidepressive Medikamente, die auf unterschiedliche Weise wirken. Die einen Arzneimittel beleben das Gemüt und helfen, wieder aktiver zu sein. Andere besänftigen mehr die Ängste und lindern auf diesem Wege eine Depression. Helfen Sie Ihrem Arzt, das für Sie persönlich am besten geeignete Medikament zu finden, indem Sie mit ihm über die Wirkung sprechen. 4.2 Haben Antidepressiva Nebenwirkungen? Jedes Medikament hat erwünschte Wirkungen und unerwünschte Begleiterscheinungen, die mit seiner Wirkungsweise zusammenhängen. Jeder Mensch reagiert anders und unterschiedlich stark auf ein bestimmtes Mittel. Unerwünschte Begleiterscheinungen gehen meist nach einigen Wochen wieder zurück. Auch wenn sie lästig sind, zeigen sie doch an, dass das Ihnen verordnete Medikament zu wirken beginnt. Am häufigsten sind dabei – je nach Präparat – Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwitzen oder beschleunigter Puls. Wenn Sie unter dem verordneten Präparat Beschwerden oder Symptome haben, die Sie vorher nicht kannten, machen Sie Ihren Arzt darauf aufmerksam. 4.3 Machen Antidepressiva abhängig? Antidepressiva machen nicht süchtig Nein! Diese Sorge brauchen Sie nicht zu haben. Im Gegensatz zu den Beruhigungsmitteln und anders als viele Schlaf- und Schmerzmittel machen Antidepressiva nicht abhängig oder süchtig. Sie können sie nach ärztlicher Anweisung so lange nehmen, wie es nötig ist. Ein Schiff, wenn träumend es erwacht, Im ersten Morgenwind, Fährt meine Seele aus der Nacht, Auf ferne Himmel hin. Baudelaire 5. Selbsthilfegruppen Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist möglicherweise gut für Sie. Sie sollten sie zumindest erwägen und probeweise Kontakt aufnehmen. Es kann sehr hilfreich sein, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen haben. Eine weitere wichtige Quelle der Hilfe und Unterstützung sind Menschen, die selbst unter Depressionen gelitten haben und deshalb ureigene Erfahrungen mit der Krankheit und ihren Auswirkungen haben. Von ihnen ist im November 1994 in Zug der Verein EQUILIBRIUM zur Bekämpfung von Depression und Kopfschmerz gegründet worden. Er setzt sich zum Ziel, Veranstaltungen über Depressionen durchzuführen, in der ganzen Schweiz Selbsthilfegruppen zu gründen und zu begleiten, sowie durch Öffentlichkeitsarbeit die manisch-depressiven Krankheiten zu enttabuisieren und sie von ihrem Stigma zu befreien. Damit nimmt er ein Anliegen der Werner Alfred Selo-Stiftung auf, deren Name auf einen Betroffenen zurückgeht, der in einer Krisensituation den Freitod gewählt hat. Die Depression und die bipolare Störung sind schwerwiegende medizinische Krankheiten, die jedoch heilbar sind. Mit der richtigen Information und Einstellung zu dieser Krankheit kann viel Leid bei Betroffenen und Angehörigen gelindert werden. Informationen über Selbsthilfegruppen sind erhältlich bei: Verein EQUILIBRIUM Gartenstrasse 3 CH-6304 Zug Tel. 041 711 61 34 Fax 041 711 88 43 5.1 Tipps für Angehörige Der Umgang mit einem depressiven Menschen ist schwierig: eine ständige Gratwanderung zwischen dem Wunsch zu helfen, «aufzumuntern» und einem geduldigen Zuwarten. Sie müssen stark sein – auch für den Patienten. Wie man am besten mit einem Depressiven umgeht, lässt sich nicht verallgemeinern. Aber folgende Grundregeln sollten Sie beherzigen: Selbstvorwürfe helfen nicht weiter. Sowenig wie die depressive Person selbst sind Sie oder Dritte an der Krankheit schuld. Sie tun auch nichts Unrechtes, wenn Sie Ihre eigenen Wünsche oder Ziele im Auge behalten. Verständnis und Rücksicht sind die besten Helfer Gehen Sie im Prinzip mit dem Kranken um wie in der gesunden Zeit auch. Aber nehmen Sie Rücksicht, soviel Sie können, und fühlen Sie sich Ihrerseits nicht verletzt, wenn der Kranke sich in einer Weise verhält, die Sie von ihm oder ihr nicht kennen. Sie können davon ausgehen, dass dies nicht Ausdruck von Boshaftigkeit oder Trägheit ist. Von Familienangehörigen und Freunden wird viel Geduld verlangt. Selbst wenn Sie liebevoll auf den Kranken eingehen, müssen Sie mit Vorwürfen rechnen. Dann ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass die Gereiztheit nichts mit den normalen Gefühlen zu Ihnen, sondern mit der Krankheit zu tun hat. Geduld und Zuwendung, auch wenn die Anerkennung ausbleibt Der Erkrankte bedarf Ihrer Zuwendung, auch wenn er sich zurückzieht. Selbst wenn er völlig geistesabwesend wirkt, nimmt er wahr, ob er einbezogen wird. In seiner qualvollen Einsamkeit braucht er dieses Gefühl besonders. Andererseits darf er nicht überbehütet werden. Gut ist es, wenn Sie möglichst Ihre eigenen Aktivitäten weiterführen. Zum einen sind Sie sich das selbst schuldig; zum anderen erhalten Sie sich die Kraft, mit der Sie letztlich dem Leidenden mehr helfen können, als wenn Sie sich im Mit-Leiden aufzehren oder von seiner deprimierten Stimmung herabziehen lassen. Bedenken Sie: Der Patient bzw. die Patientin ist krank, nicht einfach nur müde oder träge, gleichgültig oder gelangweilt, aufgeregt oder abgehetzt. Appelle wie «Kopf hoch!» oder Versuche, den Kranken zu einer Aktivität zu animieren, sind zwecklos, zumindest bei der Depression, die als «endogen» bezeichnet wird (siehe). Sie sind eher geeignet, ihn in der Annahme zu bestätigen, dass er nicht verstanden wird. Er kann nicht wollen! Liegt eine der anderen Depressionsformen vor, würde diese Empfehlung nicht derart streng gelten. Nicht erwarten, was nicht erwartet werden kann Dann ist Hilfe durch ein Trainingsprogramm angezeigt. Die Grenze ist nicht leicht zu finden. Sie können versuchen, einen ängstlich herumgeisternden Menschen zu beruhigen; doch wird das nur für kurze Zeit gelingen. Körperliche Beschwerden sind nicht Symptome einer schweren körperlichen Krankheit – sofern eine organische Erkrankung ärztlich ausgeschlossen wurde -, sondern Teil der Depression. Probleme oder Hindernisse, über die der Kranke grübelt, entsprechen nicht unbedingt der Wirklichkeit. Was nach besonders starker Anhänglichkeit aussieht – er oder sie mag nicht allein bleiben -, kann Zeichen einer gefühlsmäßigen Hemmung oder der Angst vor Einsamkeit sein. Mag er oder sie nicht ohne Sie ausgehen, entspringt das wahrscheinlich der Angst, allein unter (vielen) fremden Menschen zu sein. Die Anweisungen des Arztes beachten Achten Sie darauf, dass die Medikamente regelmäßig und nach ärztlicher Vorschrift eingenommen werden, selbst wenn es schon wieder besser geht. Das ist sehr wichtig und hilft, den Patienten aus seinem Tief herauszuholen. Bei Nebenwirkungen, die der Kranke nicht hinnehmen kann oder will, wenden Sie sich an seinen Arzt. Lassen Sie sich nicht durch die Scheu abhalten, dass dies als unerwünschte Einmischung angesehen werden könnte. Es ist vielmehr notwendige Hilfeleistung! Andeutungen und Drohungen ernst nehmen, auch wenn sie harmlos erscheinen Nehmen Sie Andeutungen über eine mögliche Selbsttötung immer ernst, auch wenn Sie meinen, dass damit mehr Zuwendung erreicht werden soll. Eine Selbstmorddrohung ist stets ein Hilfeschrei! Die meisten Menschen, die sich das Leben nahmen, hatten dies vorher in irgendeiner Weise angedeutet. Auch wenn niemals von Selbstmord die Rede ist, können kleinere oder größere Anzeichen die Gefahr anzeigen. Sprechen Sie mit dem Arzt darüber. Geht es dem Depressiven wieder besser, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Nicht mehr von sich verlangen, als möglich ist Natürlich können Sie deshalb den Kranken nicht Tag und Nacht bewachen. In solchen Fällen müssen Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, notfalls im Krankenhaus. Versuchen Sie nicht, allein damit fertig zu werden! Gutes Zureden hilft nicht! Selbst nach einem ausführlichen Gespräch, auf das der Kranke Ihrer Meinung nach beruhigt oder wieder hoffnungsvoller reagiert, kann es zur Selbsttötung kommen. Ein Auf und Ab gehört zum Heilungsprozess einer Depression. Selbst wenn der Patient auf eine Behandlung gut anspricht und sein Befinden sich schon deutlich gebessert hat, ist eine vorübergehende Verschlechterung nicht auszuschließen. Das muss einkalkuliert werden. Auf jeden Fall sollte die Medikation mindestens bis zur völligen Wiederherstellung fortgesetzt werden. Davon abgesehen, ist nicht selten eine längere medikamentöse Behandlung angezeigt, die spätere Rückfälle verhüten soll. Patient, Therapeut und Angehörige bilden ein Bündnis, um ein Behandlungskonzept gemeinsam zu tragen. Halten Sie also nach Möglichkeit Kontakt mit den Personen, die den Kranken behandeln. Gemeinsam ist man stärker Depression erfordert von den Angehörigen ein hohes Maß an Verständnis und Hilfsbereitschaft. Oft werden Sie sich selbst die Frage stellen, ob Sie sich richtig verhalten. Suchen Sie die Nähe! Depressionen und andere seelische Erkrankungen sind kein Makel, den man verheimlichen muss. Außenstehende können Ihnen vielleicht Mut machen. Hilfreich wäre auch der Erfahrungsaustausch mit Angehörigen anderer Betroffener. Es kann eine Erleichterung sein zu wissen, dass nicht Sie allein in einer solchen Lage sind. Gegenseitige Tips helfen allen, den Alltag zu erleichtern und das Richtige zu tun.
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